Mittwoch, 29. September 2010

Pflegesysteme im mobilen Bereich - Dachverband Wiener Sozialeinrichtungen


Die Fachtagung "Ich bleib' daheim!" veranstaltet vom Dachverband Wiener Sozialeinrichtungen fand am 23. September 2010 in Wien statt. Sie wurde moderiert von Peter Resetarits und bot ein breites Themenspektrum an.
Zu Beginn der Tagung sprachen Sozialminister Rudolf Hundstorfer und die Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely über die Verantwortung der Politik für den Pflegebereich. Die zukünftige Finanzierung der Pflege war dabei ein wichtiges Thema.
Katharina Meichenitsch von Diakonie Österreich verglich die Pflegesysteme einzelner europäischer Staaten. In Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) ausgedrückt liegt Österreich bei den Ausgaben der öffentlichen Hand für Pflege mit ca. 1,3 % im Mittelfeld. Spitzenreiter in dieser Statistik aus dem Jahre 2005 ist Schweden mit 3,3 % und Dänemark mit 2,6 %. In der Slowakei z.B. werden ca. 0,3 % des BIP zur Verfügung gestellt.
Michaela Dorfmeister, Wiener Krankenanstaltenverbund, präsentierte die Ergebnisse einer empirischen Studie zur Frage inwieweit Pflege sichtbar ist bzw. entsprechend von den beteiligten Personen und der Öffentlichkeit wahrgenommen wird.
Marianne Brieskorn-Zinke, Evangelische Fachhochschule Darmstadt, sprach in ihrem Referat die Verantwortung der im Pflegebereich Tätigen an, einen Beitrag zur Gesundheit in der Bevölkerung zu leisten. Sie trat für die "Begründung einer neuen Präventionskultur" ein.
Um die Kunst der Vernetzung von Krankenhaus und mobiler Pflege ging es beim Beitrag von Elisabeth Windbichler, UKH Meidling und Sonja Leonhardsberger, Volkshilfe Wien. Hingewiesen wurde auf die Notwendigkeit Entlassungsmanagement in allen Krankenhäusern einzuführen und die Möglichkeiten der Weiterbildung in diesem Bereich auszubauen.
Was bedeutet Qualitätssicherung in der mobilen Pflege und Betreuung, wie kann sie umgesetzt werden? Mit dieser Frage beschäftigten sich Renate Kraus, Wiener Sozialdienste und Peter Willroider, Fonds Soziales Wien.
Vjenka Garms-Homolova, Alice Salomon Hochschule Berlin, sprach die Verbesserung der Kommunikation zwischen professionellen Kräften und den Angehörigen von pflegebedürftigen Personen an. Sie ging dabei auf die Rolle der Familie ein, verwies auf die zunehmende Verknappung des Pflegepersonals und auf die mangelhafte Datenerfassung in Österreich was die mobile Pflege betrifft.
Welche Art der Beratung ist für pflegende Angehörige hilfreich? Dieser Frage ging Johanna Weber, Hilfswerk Steiermark, nach. Sie berichtete von ihren Erfahrungen im Bezirk Fürstenfeld.
Abschließend stellte Christian Rab, Österreichische Jungarbeiterbewegung, das Modell einer Generationen-Wohngemeinschaft vor. Einige Bewohner dieser Wohngemeinschaft kamen bei einem Runden Tisch zu Wort.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen